Der ursprüngliche Name der Stadt war Halleberg, welches auf Kupferhall zurückgeführt werden kann, ein Name für ein altes Bergwerk.
Die Umbenennung in St. Katharinaberg (auch Katterberg) soll, einer Sage nach, erfolgt sein, als die Feldarbeiter beim Grasmähen auf Silber gestoßen sind – Beginn des Bergbaus, dessen Patronin die Heilige Katharina ist. Die Geschichte der Stadt ist eine Geschichte des Abbaus von Messing und Silber, aber auch der Landwirtschaft.
Die ersten geschichtlichen Erwähnungen gehen in das Jahr 1443 zurück auf die Herren von Illenburg, die auf Rothenhaus (Červený Hrádek) residierten. 1462 ist Albrecht von Kompas aufgeführt und 1473 kaufte Lorenz Glatz aus Altenhorst die Bergwerke. Er betrieb neu die Bergwerke "Beim Reichen Geschiebe", "Eliseasgang" und "Georgi" – hier eröffnete er eine Schmelzhütte.
Nach seinem Tod 1516 übernahm seine Schwester Anna das Erbe, die Frau des Sebastian von Weitmühl – eines Bergbaufachmanns seiner Zeit. Nach einem neuen Silberfund 1517 teilte er Kupferhall in Katharinaberg von seinen restlichen Besitz ab und gab ihm eine privilegierte Stellung. 1554 verkaufte Sebastian seine Herrschaft Rothenhaus an Christoph von Carlowitz und Hermannsdorf. 1577 wurde Katharinaberg dann Eigentum von Bohuslav von Michelsberg und acht Jahre später der Familie von Lobkowicz. Nach Konfiszierung des Eigentums von Georg Popel von Lobkowicz wurde es Eigentum des Kaisers Rudolf II. 1556 bis 1590 wurde vermutlich auch die erste Kirche erbaut.
Das Dorf bestand nun aus etwa 177 Häusern und hatte bis zu 2.500 Einwohner. 1605 wurde das Anwesen an Adam Herzan von Harras verkauft. 1607 begann man mit dem Bau der neuen evangelischen Kirche, deren Vollendung am 17. Oktober 1611 feierlich eingeweiht wurde. Unter der Herrschaft der Herzans wurde die damals selbständige und autonome Stellung der Bergbaustädte und der Bergleute aufgehoben und die Einwohner wurden mit immer neuen Steuern und Frondiensten ausgebeutet. Aber auch die Interventionen der Kaiser Rudolf II. und Ferdinand II. bezüglich des privilegierten Standes halfen wenig. Hrzan sperrte Männer ein, weil sie keine Frondienste leisten wollten. Sie wurden zwar aufgrund der kaiserlichen Intervention entlassen, aber zuvor ausgepeitscht. Schließlich wurde auch das Schmelzwerk geschlossen. Der Bergbau ging aufgrund des Desinteresses der Harras zurück. 1627 kam es zur Zwangskatholisierung. Das Patronat über die nun katholische Kirche übernahmen die Jesuiten aus Dux. 1632.
Während des Dreißigjährigen Krieges zogen Waldsteins Soldaten durch die Stadt, 200 Musketiere blieben bis zum Herbst und nahmen anschließend den gesamten Bestand an Messing mit. Die Stadt blieb ohne Korn und Lebensmittel zurück. Die Bevölkerung hungerte den ganzen Winter durch. In der Umgebung schlossen sich Räuberbanden zusammen, die während des Winters 44 Häuser plünderten und schließlich anzündeten. 1633 kamen Epidemien hinzu. So starben 1631 16, 1632 61, 1633 216, 1634 35 und 1635 17 Personen. 1636 waren 7 Todesfälle zu verzeichnen; es gab wohl kaum noch Bevölkerung.
Ein neuerlicher Ausbruch der Epidemie 1680 dezimierte die Bevölkerung weiter. 1681 zählte Katharinaberg 55 Familien weniger. Sie starben aus oder siedelten aufgrund der Glaubenskriege aus. Von ehemals 177 Häusern waren nur noch 70 Häuser bewohnt, daneben standen 65 Brandruinen. Am 8. Oktober 1707 kaufte J. Adam Ondrej den Besitz, den er gleich seiner Tochter Maria Dominica weiterverschenkte.
1759 überfielen die Preußen Katharinaberg und verlangten ein Lösegeld von 1.000 Talern. Sie entführten den Bürgermeister, den Pfarrer und die Gemeinderäte als Pfand. Auch die Bergwerkskasse wurde geraubt. Insgesamt nahmen sie 2915 zl und 58 kr mit. Insgesamt 14 mal wurde Katharinaberg von Preußen überfallen und es entstand ein Schaden von 21763 zl.
1777 verkaufte Adam von Auersperg Schloss und Herrschaft Rothenhaus an Heinrich Franz, Graf von Rottenhan, dessen Tochter Gabrielle Georg Franz August, Graf von Buquoy heiratete. 1786 wurde der Bergbau stillgelegt. Es wurde nach neuen Einkommensquellen gesucht. Landwirtschaft war nie in Katharinaberg besonders ausgeprägt. 1654 gab es 29 Häusler, 1719 20 und 1900 übten nur 7 Familien Landwirtschaft aus. Daneben wurde Viehzucht und Waldwirtschaft betrieben. Die meisten Familien gingen zur Arbeit nach Sachsen oder in das nahegelegene Brandau.
1850 wurde Katharinaberg Sitz des Bezirksgerichtes, Notariats, Finanzamtes, Post- und Telegrafenamtes, einer Polizeistation und eines Zollamtes. 1873 kam zur Vierklassenschule eine Fachschule für holzverarbeitende Berufe hinzu, die allerdings nach 5 Jahren nach Oberleutensdorf verlegt wurde. Gegründet wurde die Holzspielzeug-Verkaufsgenossenschaft „Eros“. 1904 kam es zu einem Brand, bei dem 44 Häuser zerstört wurden. 1933 wohnten 1544 Menschen in Katharinaberg, davon 98,2 % Deutsche. 10 % der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft, 17 % waren Kaufleute, 8 % Beamte und 65 % Arbeiter.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden die deutschen Bewohner vertrieben. In die Stadt auf dem Kamm des Erzgebirges blieb entvölkert und verlor das Stadtrecht.
Zu Katharinaberg gehören noch die Ortsteile Rudelsdorf (Rudolice v Horách) und Kleinhan (Malý Hai)
Rudelsdorf (Rudolice v Horách)
Rudelsdorf (Rudolice v Horách), auf 820 Meter Meereshöhe gelegen, wurde 1953 in St. Katharinaberg eingemeindet. Das Dorf befindet sich auf einer abgerodeten Anhöhe südwestlich von Malý Háj (Kleinhan). Die Gemeinde gehört zur Region Most in Tschechien.
Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1606. Ähnlich wie Malý Háj, war auch dieses Dorf ein Teil der Herrschaft von Rothenhaus (Červený Hrádek).
Die Einwohner lebten zu Anfang des 20. Jahrhundert vornehmlich von der Spielzeugproduktion, Kleinhan (Malý Háj) kam als Ortsteil zu Rudelsdorf. Nach dem 2. Weltkrieg, wurden die meisten Deutschen vertrieben und das Dorf fand kaum noch neue Einwohner.
Heute lebt die Gemeinde vor allem vom Tourismus und als Wochenenddomizil für die Einwohner der Brüxer Region.
Der Ort hat keine nennenswerte Sehenswürdigkeiten, außer den alten Häusern. Das einzig bemerkenswerte ist die für die Region ungewöhnlich hohe Anzahl von Teichen. Etwa ein Kilometer entfernt befindet sich der Rudolický rybník (früher Alter Teich). Er wird von den Telčský potok mit Wasser gespeist. Etwa ein Kilometer weiter liegt der Neuer Teich, durch den ebenfalls Telčský potok durchfließt. Zwei Kilometer südwestlich dann der Kachní rybník oder Hájkův bzw. Sběrný (früher Anwed(e)l Teich bzw. Amandlteich). Er wird durch den Nivský potok mit Wasser versorgt. Im Loch befindet sich der letzte der vier Teiche, der Telčský rybník (früher Loch-Teich, bzw. Töltschteich). Bei ihm befand sich früher eine Mühle (Lochmühle), eine Stampfe (Lohstampf) und ein Malzhaus. Diese Gebäude wurden jedoch nach dem Krieg zerstört. Alle Teiche laden mit ihrem klaren aber kalten Wasser zum Baden ein. An den Ufern wachsen übrigen seltene Birken.
Kleinhan (Malư Hai)
Kleinhan (Malý Háj) ist ein Ortsteil von Katharinaberg im Kreis Most und liegt etwa drei Kilometer südlich davon. Der Ort ist ein Straßendorf, dessen wohl aus seiner Lage inmitten des Waldes mit wenigen Häusern stammt.
1549 Erste schriftliche Erwähnung. Das Dorf gehörte zu Rothenhaus ( Červený Hrádek). Die ersten Siedler stammen wohl aus Westfalen. Eingeladen wurden sie von den Herren auf Rothenhaus. Jeder Siedler bekam einen Waldteil, den er roden sollte. Das Feld sollte ihm später gehören. Während des Dreißigjährigen Krieges mussten die Schweden auf dem Rückzug wegen einer Typhusepidemie im Ort Halt machen. An diese Begebneheit erinnern der Schwedenweg und der Schwedenfriedhof. 1846 fanden zwei Jungs unterhalb des Kamenný vrch, wo sie Vieh trieben, einen Topf mit Silbermünzen, sgn. Schwedenschatz. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lebten die meisten Einwohner von Forstwirtschaft. Der größte Teil des Holzes wurde nach Sachsen exportiert. 1953 wurde Kleinhan, das vor dem 2. Weltkrieg zu Rudelsdorf (Rudolice v Horách) gehörte, Ortsteil von Katharinaberg
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
![]() |
||||||||||||||








